„Hello, I’m interested in buying your car“

Wir haben heute mal wieder eine Menge erlebt. Nach dem Frühstück wollten wir die Aushänge am schwarzen Brett durchtelefonieren, um uns eventuell ein Auto angucken zu können. Warum nicht nützlich machen in der freien Zeit? Nach den ersten motivierten Telefonaten dann die Enttäuschung: Es gab zwar eine ganze Menge Aushänge von Backpackern, die ihr Auto verkaufen wollen, jedoch waren die meisten von ihnen veraltet, sodass das Auto teilweise schon länger nicht mehr zum Verkauf stand. Einige waren nicht mal mehr unter der australischen Nummer erreichbar, haben also vermutlich bereits längst das Land verlassen. Die Telefoniererei war ein bisschen ermüdend, nichtsdestotrotz schauten wir im Anschluss daran bei Gumtree nach passenden Angeboten. Aber auch hier das gleiche Bild: Viele bzw. die meisten Angebote waren schon seit Wochen online und somit bereits längst verkauft.

Einige Wartezeit später sahen wir jedoch die neusten eingestellten Fahrzeuge und stießen auf einen brandaktuellen 1996er Ford Falcon. Der Verkäufer – David – war über sein Handy erreichbar und Charly vereinbarte einen Termin mit ihm. Nachmittags ging es für uns dann völlig aufgeregt mit Bus und Tram nach Richmond.

David begrüßte uns nett und zeigte uns den Wagen. EIN TRAUM! Absolut in Schuss, Scheckheft geführt, neue Reifen und Bremsen, Registration UND Road Worthy Certificate (RWC), sowas wie TÜV, und auch sonst außer ein paar kleinen Macken an der Stoßstange keine Beanstandungen.

Dann kam die große Frage: Wir wollten natürlich eine Probefahrt machen, aber der Wagen stand schon ziemlich zentral und keine von uns ist jemals zuvor im Linksverkehr gefahren noch ein rechtsgesteuertes Auto. David verstand vermutlich das Problem, denn er bot an erstmal ein Stück zu fahren und dann zu wechseln. Also los! Alleine schon als Beifahrer auf der „falschen“ Seite einzusteigen, war komisch. Dann sind wir ein paar Kilometer gefahren – der Motor lief astrein und sprang gut an (nicht dass wir viel Ahnung hätten, aber es klang gut) – und dann fuhr David auf einen Parkplatz und ließ mich ans Steuer. „Just relax. Take your time. Take every time you need.“ Es war gruselig und spannend zugleich! Der Blick ist ein anderer, denn allein der Rückspiegel ist anders eingestellt. Es ist eben alles spiegelverkehrt. Gott sei Dank ist der Wagen ein Automatik, denn so konnte die Schaltung auf der linken Seite keinen Ärger machen. Und dann: Los geht’s – Keep left! David wies mich netterweise – ein bisschen wie ein Fahrlehrer – darauf hin, den Blinker zu setzen und was passierte logischerweise? Der Scheibenwischer ging an! 😀 Denn auch der Blinker ist auf der anderen Seite. Wirklich verwirrend. Aber auch interessant, in welchen intuitiven Abläufen man so gefangen ist, bzw. was man alles intuitiv macht ohne darüber nachzudenken. Dann zurück.

Wir sprachen uns kurz ab und entschieden: JA! Den kaufen wir. Besser ein paar $ mehr ausgeben für ein Auto, das läuft, als dass wir dann irgendwo im Nirgendwo liegen bleiben oder der Wagen nicht registriert ist. Wir holen das Auto, das zur Zeit noch in der Werkstatt ist zur Überprüfung und zum Bremsen und Frontscheibe erneuern, am Sonntag oder Montag ab. YEAH! Stolze bald-Autobesitzerinnen!

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