Oysters

Es war mal wieder eine schlimme Nacht: Diesmal nicht nur kalt sondern auch ein mächtiges Gewitter. Wir sind mal wieder nur wenig zum Schlafen gekommen.

Nach dem Frühstück in Eiseskälte haben wir dann direkt den Weg nach Smoky Bay zurück angetreten, um dort sämtliche Austernfarmen abzuklappern. Dort gibt es eine ganze Menge davon. Also überall angehalten und unsere Arbeitskraft angeboten. Doch überall die gleiche Antwort: »You are a bit late.« Die Hauptsaison um die Austern von den Feldern auf den Sandbänken einzuholen scheint vorbei und startet erst so richtig wieder im Februar. Sagte man uns zumindest, wobei dort auch so gut wie überall ausschließlich Männer arbeiten. Vielleicht trauen sie auch zwei jungen Frauen nicht zu, dass sie schnell und hart arbeiten können. Naja wenigstens bei einer Farm sollten wir unsere Nummern hinterlassen.
Es roch übrigens bei jedem Ausstieg bestialisch penetrant nach Fisch, aber es waren halt auch Austern-Farmen/-Firmen bei denen wir anklopften.
Also wollten wir weiter an der Küste lang Richtung Ceduna und dann im nächstbesten Ort wieder unser Glück versuchen.
In Ceduna angekommen guckten wir uns schon ein passendes Camp aus und folgten dann den Schildern Richtung Oyster-Farms. Es dauerte circa 30 Minuten bis wir bei den nächsten Farmen angelangt waren und unterwegs noch ein kleiner Schock: Wir passierten den Quarantäne-Checkpoint, der zwar nicht auf unserer Seite lag, aber auf der anderen Straßenseite. Dort mussten wir doch zurück!…
Kurz zur Erklärung: Australier sind zwar sehr locker, aber nicht wenn es um Lebensmittel geht. Man darf keinerlei frische Lebensmittel (Obst, Gemüse, Körner, Nüsse, Honig, etc) nach Australien einführen und auch zwischen den Bundesstaaten gibt es strenge Qurantäne-Auflagen. So darf man nichts frisches von South Australia nach Western Australia bringen und auch nicht umgekehrt. Und ebendieser Checkpoint für die Fahrt von Western Australia nach South Australia lag nun ausgerechnet in Ceduna und wir überquerten ihn. Dumm nur dass wir das Auto noch voll mit Äpfeln, Kartoffeln, Müsli, Kiwis und wasweißich nicht noch alles hatten. Das konnten wir unmöglich alles wegschmeißen! Wieder nach Ceduna reinbringen durften es allerdings auch nicht.

Also entschieden wir uns das nächste Camp in der anderen Richtung aufzusuchen. (Nachdem wir bei den drei Farmen erneut hörten, dass die Saison vorbei ist.) Also ab nach Davenport Creek.
Bis dahin fuhren wir circa 40 Minuten… um dann enttäuscht festzustellen, dass dort ein Camp ist, das aber nur für 4×4 Autos erreichbar ist.

Davenport Creek Beach

Also haben wir ziemlich entnervt das ganze Gemüse irgendwie bestmöglich versteckt und sind wieder nach Ceduna umgedreht. Wir wollten nämlich schon ganz gern mal wieder ein Camp mit Dusche.

Am Checkpoint angekommen sollten wir austeigen und den Kofferraum öffnen aber ich versuchte in möglichst australicher Lockerheit zu erwähnen, dass wir in Ceduna schlafen und nur mal eben in Davenport Creek am Strand waren. Und voilá! Es klappte, der Mann an der Schranke ließ uns ohne Weiteres sehen zu wollen durch. Puh! Was ich nämlich noch nicht erwähnt habe: Wenn unser Obst nun wirklich aus South Australia gewesen wäre, wäre es ja leicht zu erklären gewesen, aber das meiste war ohnehin noch aus Victoria und damit illegal in South Australia 😀
Naja, no worries! Wir werden keine Äpfel in die Wildnis schmeißen und damit victorianische Apfelbäume auf südaustralischem Boden pflanzen 😛

Im Caravanpark angekommen gönnten wir unseren Klamotten erstmal eine Wäsche und uns dann noch einen Spaziergang durch die »Stadt« und den Supermarkt.
Wir haben jetzt endlich diese schicken Fliegenhüte, jetzt kann die Wildnis kommen!

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